Planen Sie Ihr Bauvorhaben anhand folgender Informationen:
 

1.4 Anforderungen an neu zu errichtende Gebäude (Neubauten)

Die Einhaltung der Anforderungen der EnEV und des EEWärmeG müssen durch einen Sachverständigen nachgewiesen werden. Dieser berechnet mit Hilfe einer Software zunächst ein Referenzgebäude  (virtuell), das mit dem zu planenden Neubau identisch ist (gleiche Geometrie, Ausrichtung und Nutzfläche), jedoch unter Annahme der in der EnEV vorgegebenen Außenbauteile und Anlagentechnik
(EnEV Anlage 1). Der damit ermittelte Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) sowie der Wärmeverlust über die Gebäudehülle (Transmissionswärmeverlust H‘T) gelten als Höchstwerte.

Das geplante Gebäude darf diese Anforderungswerte nicht überschreiten. Zusätzlich ist der sommerliche Wärmeschutz nach DIN 4108-2 nachzuweisen.

Abb. 2 EnEV-Berechnungsverfahren für Wohngebäude

Da das geplante Gebäude die Kennzahlen Jahres-Primärenergiebedarf Qp sowie spezifischer, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogener Transmissionswärmeverlust H‘T des Referenzgebäudes nicht überschreiten darf, besteht zur Erreichung dieser Vorgaben ein gewisser Spielraum. Zum Beispiel kann ein energetisch schlechteres Bauteil an der einen Stelle durch eine Verbesserung an anderer Stelle kompensiert werden. Um einen höheren energetischen Gebäudestandard als den gesetzlich geforderten zu erreichen (z.B. KfW-Effizienzhäuser), gibt es mehrere bauliche Optimierungsmöglichkeiten.

In der nachfolgenden Tabelle werden verschiedene Möglichkeiten beispielhaft dargestellt:

Tab. 2 EnEV-Anforderungen an Wohngebäude (Neubau)
ZieleReferenzgebäude

zu planender Neubau
Anforderungen an
Bauteile und Systeme
nach EnEV-Anlage 1, Tabelle 1
Eigenschaften*
Alternativen
und Verbesserungen
zum Referenzstandard
1berechneter Jahres-Primärenergiebedarf ist ab 01.01.2016
mit dem Wert 0,75 zu multiplizieren

verbesserter Dämmstandard
geringerer U-Wert







1.1Außenwand (einschließlich
Einbauten, wie Rollladenkästen),
Geschossdecke gegen Außenluft
Uw = 0,28 W/m²K
1.2Außenwand gegen Erdreich,
Bodenplatte, Wände und Decken
zu unbeheizten Räumen
Uw = 0,35 W/m²K
1.3Dach, oberste Geschossdecke,
Wände zu Abseiten
Uw = 0,2 W/m²K
1.4Fenster, FenstertürenUw = 1,3 W/m²K, g = 0,6
1.5DachflächenfensterUw = 1,4 W/m²K, g = 0,6
1.6LichtkuppelnUw = 2,7 W/m²K, g = 0,64
1.7AußentürenUw = 1,8 W/m²K, g = 0,6
2Bauteile nach den Zeilen 1.1 bis 1.7Wärmebrückenzuschlag
ΔUWB = 0,05 W/mK
detaillierte
Wärmebrückenberechnung
3Luftdichtheit der Gebäudehüllemit Blower-Door-Testdetaillierte Planung
der Gebäudeluftdichtheit
4Sonnenschutzvorrichtung
5HeizungsanlageHeizöl EL Brennwertkessel
Auslegungstemperatur 55/45 °C
  • Gas-Brennwertkessel mit solarer Heizungsunterstützung
  • Wärmepumpe
  • Pelletkessel
  • BHKW
  • Photovoltaik
  • Fußbodenheizung mit Aus- legungstemperatur 45/35 °C
6Anlage zur Warmwasserbereitungzentrale Warmwasserbereitung mit Solar (Kombisystem mit Flachkollektor)
7Kühlungnicht vorgesehenvermeiden
8Lüftungzentrale Abluftanlage bedarfsgeführt geregeltkontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

 

* Erläuterung der Abkürzungen:

U-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient
g-Wert: Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung
ΔUWB: Wärmebrückenzuschlag

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