Planen Sie Ihr Bauvorhaben anhand folgender Informationen:
 

1.5 Anforderungen an Bestandsbauten

Bei der Sanierung von Wohngebäuden ist der Nachweis gemäß EnEV erforderlich, wenn die Veränderung eines Außenbauteils der Gebäudehülle, bezogen auf die gesamte jeweilige Bauteilfläche des Gebäudes, größer als 10 Prozent ist. Weiterhin werden Nachrüstungen bei Anlagen und Gebäuden geregelt, wie z.B. Austausch des Heizkessels, Dämmung von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie die Dämmung der obersten Geschossdecke. Bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle ist ein Bauteilnachweis zu führen. Dabei erfolgt der Vergleich durch die bei der Sanierung erreichten Wärmedurchgangskoeffizienten der Bauteile mit den in der EnEV angeführten maximal zulässigen Werten (siehe folgende Tabelle).

Für komplexe Sanierungen ist ein Gesamtnachweis zu führen, d.h., die Grenzwerte für den Primärenergiebedarf (Qp) und den Wärmeverlust über die Gebäudehülle (H‘T) dürfen die Grenzwerte aus der Referenzgebäudeberechnung bis zu 40 Prozent überschreiten. Anbauten ab einer Nutzfläche von mehr als 50 m² werden wie Neubauten nachgewiesen, es sei denn, für diese wird kein neuer Wärmeerzeuger eingebaut. Bei Änderung von Außenbauteilen darf deren energetische Qualität nicht verschlechtert werden. Die ab dem 01.01.2016 geltende Verschärfung der Anforderungen für Neubauten hat keinen Einfluss auf die Anforderungen an bestehende Gebäude. Soweit bei  Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Anforderungen nicht erfüllt werden können, weil die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigt werden, kann von den Anforderungen der EnEV abgewichen werden bzw. gibt es geringere Anforderungen der KfW. Das geplante Gebäude darf diese Anforderungswerte nicht überschreiten. Zusätzlich ist der sommerliche Wärmeschutz nach DIN 4108-2 nachzuweisen.

 

 

Tab. 3 EnEV-Anforderungen an Wohngebäude im Bestand
ZieleReferenzgebäudezu planender Neubau

Bauteil
Maßnahmen
nach EnEV-Anlage 3, Tabelle 1
maximaler U-Wert EnEV
in W/m²K


Beispiele
EnEV*
EnEV
1AußenwändeWanddämmung, WDVS0,240,20
2aFenster, FenstertürenFenster- oder Bauteilaustausch,
Ersatz der Verglasung





1,30,95
2bDachflächenfenster1,41,0
2cVerglasungen1,1
2dVorhangfassaden1,5
2eGlasdächer2,0
2fFenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus1,6
3aAußentürenAustausch, Erneuerung



1,81,30
3bFenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster mit Sonderverglasungen2,01,30
3cSonderverglasungen1,6
3dVorhangfassaden mit Sonderverglasungen2,3
4aDachflächen, einschl. Dachgauben, Wände gegen unbeheizten Dachraum (einschließlich Abseitenwänden), oberste GeschossdeckenEinbau, Erneuerung, Dämmung

0,240,14
4bDachflächen mit Abdichtung0,20
5aWände gegen Erdreich oder unbeheizte Räume (mit Ausnahme von Dachräumen) sowie Decken nach unten gegen Erdreich oder unbeheizte Räumeaußenseitige Bekleidungen oder Verschalungen, neue Fußbodenaufbauten, Deckenbekleidungen auf der Kaltseite


0,300,25
5bFußbodenaufbauten0,50
5cDecken nach unten an Außenluft0,240,20


* Anforderungen bestehen nicht bei Bauteilen der Zeilen 1, 4a und 5a, wenn diese unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften nach dem 31. Dezember 1983 (2. Wärmeschutzverordnung) errichtet oder erneuert worden sind oder die erforderliche Dämmschichtdicke aus bautechnischen Gründen begrenzt ist.

 

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